Eine Adressänderung in Belgien melden
Wer in Belgien gemeldet ist, muss den Wohnsitzwechsel bei der Gemeindeverwaltung des neuen Wohnorts anzeigen, und zwar innerhalb von acht Werktagen nach dem tatsächlichen Einzug. Ein Beamter der örtlichen Polizei prüft anschließend, ob Sie dort wirklich wohnen. Nach der Eintragung müssen Sie zur Gemeinde, um den Chip Ihres Personalausweises aktualisieren zu lassen.
Schritte
Melden Sie sich bei der neuen Gemeinde
Die Meldung erfolgt bei der neuen Gemeinde, niemals bei der alten: Die neue Gemeinde veranlasst die Abmeldung. Viele belgische Gemeinden nehmen die Meldung über ihren elektronischen Schalter entgegen, was den Gang zum Amt erspart.
Melden Sie jedes Haushaltsmitglied einzeln
Die Eintragung ist personenbezogen. Nennen Sie jede Person, die an der Adresse einzieht, auch minderjährige Kinder, und geben Sie die Zusammensetzung des Haushalts an: Auf dieser Angabe beruhen später soziale und steuerliche Ansprüche.
Empfangen Sie den Quartierbeamten
Ein Beamter der örtlichen Polizei prüft, ob Sie tatsächlich an der gemeldeten Adresse wohnen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Name am Briefkasten und an der Klingel steht: Ihr Fehlen ist die häufigste Ursache eines erfolglosen Besuchs und damit einer Verzögerung.
Lassen Sie den Personalausweis aktualisieren
Nach bestätigter Eintragung gehen Sie mit Ausweis und persönlichen Codes zur Gemeinde. Die Adresse wird auf dem elektronischen Chip gespeichert; die Karte selbst wird nicht neu gedruckt. Ohne diese Codes ist die Aktualisierung nicht möglich.
Benachrichtigen Sie die privaten Stellen selbst
Bank, Versicherer, Energieanbieter, Telekombetreiber, Arbeitgeber und bei Selbständigen die Sozialversicherungskasse: Keine dieser Stellen wird automatisch informiert. Schreiben Sie die Liste auf, bevor Sie die Hälfte davon vergessen.
Was das Nationalregister weitergibt und was nicht
Die Eintragung bei der Gemeinde speist das Nationalregister, die maßgebliche Quelle für Identität und Wohnsitz in Belgien. Die daran angeschlossenen Verwaltungen erhalten die neue Adresse, ohne dass Sie etwas tun müssen.
Das betrifft insbesondere die Steuerverwaltung, Ihre Krankenkasse, die Einrichtungen der sozialen Sicherheit und die Stellen, die Leistungen auszahlen. Das ist bequem — und erweckt zugleich den trügerischen Eindruck, damit sei alles erledigt.
Kein privates Unternehmen hängt an diesem Datenfluss. Ihre Bank, Ihr Versicherer, Ihr Energieanbieter und Ihr Telekombetreiber schreiben weiter an die alte Adresse, solange Sie sie nicht selbst benachrichtigt haben.
Der empfindlichste Punkt ist die Versicherung. Ein Auto- oder Wohngebäudevertrag mit nicht mehr zutreffender Adresse beruht auf einer unrichtigen Angabe des Risikos, was Ihnen im Schadensfall entgegengehalten werden kann.
Was eine veraltete Adresse kostet
Amtliche Post geht an die im Nationalregister eingetragene Adresse und gilt als zugestellt. Ein Steuerbescheid, eine Vorladung oder eine Geldbuße, die an eine längst verlassene Wohnung gehen, entfalten ihre Wirkung dennoch.
Stellt eine Gemeinde fest, dass Sie an der eingetragenen Adresse nicht mehr wohnen, kann sie eine Streichung von Amts wegen einleiten. Wer aus dem Register gestrichen ist, stößt bei zahlreichen Vorgängen auf Hindernisse, auch bei Bankgeschäften.
Auch die Fahrzeugbesteuerung hängt an Ihrem Wohnsitz, weil sie regional geregelt ist. Ein Umzug von einer Region in eine andere ändert die anwendbare Regelung für die jährliche Verkehrssteuer.
Schließlich knüpfen mehrere Gemeindeabgaben an den Wohnsitz an. Sie der richtigen Gemeinde zuzuordnen erspart Ihnen unangenehme Nachforderungen viele Monate später.
Die besonderen Lagen
Der Studierende im Zimmer bleibt in der Regel bei den Eltern gemeldet, weil das Studentenzimmer nicht als Hauptwohnsitz gilt. Ein Wechsel des Wohnsitzes wirkt sich auf Familienleistungen und die Besteuerung des Haushalts aus und sollte nicht nebenbei entschieden werden.
Wer keine feste Wohnung hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Referenzadresse bei einem öffentlichen Sozialhilfezentrum oder bei einer natürlichen Person erhalten. Das erhält den Zugang zu sozialen Rechten und zur amtlichen Post.
Der ausländische Staatsangehörige folgt einem Verfahren, das an seinen Aufenthaltstitel geknüpft ist und je nach Staatsangehörigkeit und Status unterschiedlich abläuft. Der Bevölkerungsdienst der Gemeinde ist die Stelle, die dabei berät.
Der Zweitwohnsitz wird nicht als Wohnsitz gemeldet: Er unterliegt einer eigenen Regelung, die häufig mit einer besonderen Gemeindeabgabe verbunden ist.
Häufige Fragen
Welche Frist gilt für die Meldung einer Adressänderung?
Acht Werktage ab dem tatsächlichen Einzug, bei der Gemeindeverwaltung des neuen Wohnsitzes. Die Meldung betrifft eine wirkliche Nutzung der Wohnung und kann deshalb nicht lange im Voraus, vor dem Einzug, eingereicht werden.
Muss ich die alte Gemeinde benachrichtigen?
Nein. Die neue Gemeinde nimmt die Meldung entgegen und veranlasst die Abmeldung bei der bisherigen. Eine doppelte Meldung ist überflüssig und kann sogar zu widersprüchlichen Eintragungsdaten führen.
Muss mein Personalausweis ersetzt werden?
Nein, er wird behalten. Aktualisiert wird nur die auf dem elektronischen Chip gespeicherte Adresse, bei einem Termin in der Gemeinde mit Ausweis und persönlichen Codes. Die auf der Karte gedruckte Adresse wird dabei nicht geändert.
Wer wird über meinen Umzug automatisch informiert?
Die an das Nationalregister angeschlossenen Verwaltungen: Steuerverwaltung, Krankenkasse, Einrichtungen der sozialen Sicherheit und Auszahlungsstellen für Leistungen. Private Stellen — Bank, Versicherer, Energieanbieter, Telekombetreiber — müssen Sie selbst benachrichtigen.